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Anwenderbericht  | Düsseldorf,  | 14 September 2017

Plattenautomation in der Praxis – ein Erfahrungsbericht der Heilbronner Stimme

Im heutigen Marktumfeld bestimmen auf der einen Seite zeitnahe Anforderungen und auf der anderen Seite präzise Umsetzungen den Erfolg des Geschäftslebens. Ein entscheidender Faktor ist dabei das Thema „Automatisierung“, das bei der Heilbronner Stimme nach der Investition in eine neue Rotation vor allem den Seitenworkflow und die Druckplattenherstellung betraf. Hier war man auf kompetente Partner angewiesen, um Geschwindigkeit und Effizienz der neuen Druckmaschine voll auszuschöpfen.

Gegründet wurde die Heilbronner Stimmer 1946 als Zeitungsverlag. Die Heilbronner Stimme als Stammhaus der Unternehmensgruppe und immer noch familiengeführt, entwickelte sich zu einem modernen, breit aufgestellten Medienunternehmen. Am Standort Heilbronn sind 600 Mitarbeiter beschäftigt und 250.000 Druckplatten werden jährlich verarbeitet. Ausgehend von 300 Erscheinungstagen im Jahr ergibt sich ein durchschnittlicher täglicher Plattendurchsatz von ca. 830 Platten. Insgesamt werden 9 regionale Ausgaben der Tageszeitung, diverse Anzeigenblätter und verschiedene Sonderpublikationen produziert.

2014 fiel die Entscheidung für eine neue Rotation, eine KBA Commander CL, welche mit einem vollautomatischen Plattenwechsel ausgestattet wurde. Da auch die Druckplattenherstellung mit der Geschwindigkeit der neuen Rotation mithalten musste, waren weitere Automationsschritte dringend erforderlich. Unter anderem sollte manuelles Handling und Sortieren der Platten entfallen, die Plattensortierung sollte möglichst nah bei der neuen Druckmaschine positioniert werden. Das zuvor praktizierte, manuelle Plattenhandling - Platten manuell pro Druckjob sortieren, danach auf Wagen in die Rotation und manuelles Aufspannen auf den Druckzylinder – musste neu durchdacht werden.

Plattenwagen

Gleichzeitig mussten Kapazitäten überprüft und die Möglichkeiten der Umstellung auf neue CtP-Technologie mit erhöhtem Plattendurchsatz eruiert werden. Für die Anfangsphase des Projektes mussten zusätzlich auch zwei Plattenformate abbildbar sein.

So kam zu dem neuen Ansatz der „Automation“ gleichzeitig ein Überdenken und Anpassen der bisherigen Arbeitsweisen. „Ein hoher Automatisierungsgrad birgt gewisse Risiken“, führt Hans-Jürgen Müller, Druckereileiter der Heilbronner Stimme, aus, „da gleichzeitig die Flexibilität der Arbeitsweisen abnimmt, da je nach Automatisierungsgrad manuelles Eingreifen schwierig bis unmöglich wird.“ In Heilbronn wurde die komplette Logik der Plattenfertigung überdacht. „Da die Druckplatten an dem Plattenwechsler der neuen Rotation immer jeweils als 4er Set vertikal übereinander eingehängt werden, spielt die genaue Reihenfolge der Druckplatten eine zentrale Rolle. Wir benötigten also eine Logik, welche das berücksichtigt und die uns gleichzeitig mehr Flexibilität und auch einen Zeitpuffer verschafft“, so Hans-Jürgen Müller weiter. „Da wir sowohl intern als auch extern mit unseren Lieferanten entsprechende Möglichkeiten und Ideen andenken, querdenken und durchspielen konnten, haben wir schließlich unsere „neue Logik“ entwickeln und umsetzen können.“

Heute sind Agfa CtP Belichter, Druckplatten, Software (Arkitex) und NELA VCPevolution HS 800 Registerstanz- und Abkantsysteme mit Plattentransport zum Leitstand und Sorter im Einsatz. Die Sortierung der Druckplatten erfolgt nach Druckauftrag und Druckstelle mit Vollständigkeitskontrolle und Statusanzeige auf dem Bildschirm.

Die Software Lösungen von Agfa Graphics ermöglichten eine Automatisierung der Arbeitsabläufe, so dass bisherige händische Eingriffe entfallen. Den Grad der Automatisierung legte die Heilbronner Stimme anhand ihrer Bedürfnisse fest. Der Workflow wurde auf jobweise Belichtung, Plattenreihenfolge nach Druckstelle und automatischem Belichtungsstart eingerichtet.

Arkitex Arbeitsplätze in der Druckvorstufe

Arkitex Production bietet mit dem modularen Aufbau individuelle Automatisierungsstufen. Eine enge Integration der Druckmaschine in Verbindung mit Arkitex Production ermöglicht es, in der Plattenherstellung zusätzlichen Mehrwert zu schaffen. Die Druckplatten werden mit einem 2D-Barcode angereichert, der auf dem bildfreien Teil der Druckplatte aufgebracht wird. Dieser Barcode enthält unter anderem die folgenden Informationen: Job-Nummer, Anzahl der Platten für den Job, Druckstelle. Die druckfertigen Platten werden direkt in den Leitstand der neuen Rotation transportiert und nach Druckauftrag bzw. Druckstelle vorsortiert. Mit den 2D-Barcode Informationen werden die Druckplatten fehlerfrei und in der benötigten Reihenfolge dynamisch oder statisch in die Platten-„Bahnhöfe“ eingelagert. Es stehen mehrere Bahnhöfe für unterschiedliche Aufträge zur Verfügung. Die Drucker brauchen die vorsortieren Platten nur noch zu entnehmen; wird das letzte Fach eines Druckauftrages frei, sendet NELA die Freigabe zur Belichtung des nächsten in der Druckreihenfolge anstehenden Auftrages - „just-in-time“ und ohne manuelles Handling.

Nela Platten-„Bahnhöfe“

„Wir haben sehr viel Zeit investiert, um unsere eigenen Abläufe und Arbeitsweisen zu hinterfragen, was aus unserer Sicht unabdingbar ist, soll ein Mehrwert durch eine Neuinvestition geschaffen werden“, resümiert Hans-Jürgen Müller. „Dabei haben wir auch die Effizienz unseres Handelns immer wieder in den Fokus gestellt und uns auch dem Ausblick auf die nächsten Jahre und dem, was noch kommen wird, nicht verschlossen. Erst muss ich wissen, wo ich stehe und wo ich hin will und danach kann ich gezielt nach Lösungen suchen.“ Auf unsere Frage, ob in Heilbronn die gesteckten Ziele erreicht wurden, antwortet Herr Müller mit einem deutlichen „ja“ und betont nochmals, dass er mit NELA und Agfa Graphics starke Partner an seiner Seite hat. Heute ist die mannlose Produktion vom Belichter bis zur Entnahme der Platten aus dem Sorter umgesetzt und vollautomatisch gesteuerte Arbeitsabläufe sind integriert, die zu mehr Effizienz führen.

www.stimme.de/

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