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Anwenderbericht  | Schweiz  | 19 März 2019

Agfa Graphics oder Agfa GU?

Moderne Druckereiunternehmen schmücken sich gerne mit dem Titel «GU-Dienstleister». Das GU steht für Generalunternehmen und zeigt auf, welch breite Leistungspalette diese Firmen mittlerweile anbieten. Dass dieser Trend auch die Zulieferindustrie der grafischen Industrie erfasst hat, sieht man am Praxisbeispiel der Effingermedien AG. Hier hat Agfa Graphics Schweiz in einem komplexen Umstrukturierungs- und Umzugsprozess wichtige Hilfe geboten, die weit über das angestammte Kerngeschäft hinausgeht.

An was denkt die grafische Fachkraft zuerst, wenn sie den Namen Agfa Graphics hört? Die offizielle Website von Agfa Graphics fasst es so zusammen: «Akzidenz-, Zeitungs- und Verpackungsdruckereien in aller Welt vertrauen auf uns für die umfassendste Palette an integrierten Lösungen, von Computer-to-Plate-Systemen mit digitalen Offsetplatten über Farbmanagement- und Workflow-Optimierungssoftware bis hin zu Druckchemikalien. Wir unterstützen Sign & Display Unternehmen mit hochproduktiven und vielseitigen Wide Format Inkjetdruckern, dedizierten Tinten sowie Workflow Software, Schneidemaschinen und Inkjet-Medien. Agfa Graphics entwickelt Hochleistungs-Inkjet-Tinten und -Fluids für verschiedene industrielle Inkjet-Drucksysteme und -anwendungen, die es industriellen Herstellern ermöglicht, diese in ihre bestehenden Produktionsprozesse zu integrieren.»

Im Fall der Effingermedien AG aus Brugg mit ihrem Produktionszentrum in Kleindöttigen spielte diese traditionelle Sichtweise aber eine untergeordnete Rolle. In einem mehrstufigen Prozess, der zuerst die Fusion von zwei Produktionsabteilungen der Effingerhof AG und der Binkert Buag AG umfasste, und dann im Umzug der beiden Bereiche unter einem neuen und gemeinsamen Dach in Kleindöttingen gipfelte, agierte Agfa Graphics als Berater, Prozessoptimierer, Schulungsunternehmen und Zügel-GU. Die Verantwortliche vor Ort sagen es unumwunden: Ohne die Hilfe von Agfa Graphics hätte die Einrichtung einer modernen und leistungsfähigen Premedia-Abteilung für das Gesamtunternehmen nicht so schnell stattgefunden. In einem essenziellen Bereich hat Agfa Graphics essenzielle Unterstützung geboten. Das Beispiel zeigt gleichzeitig auf, wie sich die grafische Industrie verändert. Wie und warum, dieser Frage wurde in einem Gespräch mit verschiedenen Beteiligten nachgegangen: Cédric Kaiser, Geschäftsleiter Effingermedien AG, Bruno Imhof, Betriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung Effingermedien AG, Mandy Kruschke, Teamleitern Medienproduktion Effingermedien AG und Nils Spielmann, Account Manager, Agfa Graphics Schweiz.

Cédric Kaiser, Geschäftsleiter Effingermedien AG.

Druckerei
In einem mehrstufigen Prozess, der zuerst die Fusion von zwei Produktionsabteilungen der Effingerhof AG und der Binkert Buag AG umfasste, und dann im Umzug der beiden Bereiche unter einem neuen und gemeinsamen Dach in Kleindöttingen gipfelte, agierte Agfa Graphics als Berater, Prozessoptimierer, Schulungsunternehmen und Zügel-GU.

Die Ausgangslage

Zu Beginn stand die Fusion von zwei überregional bekannten und regional stark verankerten Druckereien: die Effingerhof AG aus Brugg und die Binkert Buag AG aus Laufenburg. Von Beginn weg war klar, dass die beiden Unternehmen ihre schwere Technik (Bogeonffsetmaschinen, Weiterverarbeitung, Logistik) an einem neuen Standort vereinigen wollten. Beide Firmen hatten jeweils leistungsfähige und modern eingerichtete Premedia-Abteilungen. Und beide Premedia-Abteilungen hatten eine Gemeinsamkeit: sie arbeiteten mit dem Apogee-Workflow von Agfa Graphics. Im Endeffekt ging es dann sehr schnell, Cédric Kaiser erklärt: «Wir suchten einen Standort und fanden schneller als erwartet die idealen Räumlichkeiten in Kleindöttingen.» Nils Spielmann: «Wir waren schon vor diesem Entscheid in Gesprächen an den beiden Standorten involviert und hatten uns Gedanken gemacht. Eine davon war, dass wir die Premdia-Abteilungen der beiden Unternehmen über die Cloud-Lösung virtuell vereinigten. Der Entscheid darüber fiel schon vor dem Bekanntwerden eines neuen Standortes.» Für Bruno Imhof war klar: «Wir waren ohnehin in der Zusammenführung von zwei Unternehmen, mit unterschiedlichen Arbeitsweisen und Betriebskulturen stark engagiert. Zwar arbeiteten wir in den Premedia-Abteilungen beide mit dem Apogee Workflow von Agfa, aber das bedeutete für eine Zusammenführung noch nicht viel. Wir waren durch die Veränderungen auf Organisations- und Arbeitsprozessebene voll herausgefordert, gleichzeitig mussten wir die Mitarbeiter zusammenbringen. Jeder weiss, was das bedeutet. In dieser Situation konnten wir uns nicht auch noch für technische Prozesse und vertiefte IT-Analysen kümmern, für das hatten wir mit sechs Monaten Vorlauf schlichtweg keine Zeit.» Cédric Kaiser weist noch einen anderen Punkt hin: «Die Fusion mit Konzentration auf einen Standort für schwere Technik und der damit verbundenen Premedia-Produktion sorgte dafür, dass wir an dem neuen Standort deutlich höhere Volumen produzieren würden, die vorher auf zwei Standorte verteilt waren. Das führte zu völlig neuen Herausforderungen beispielsweise bei der Druckplattenlogistik». Im Ende entschied man sich auf zwei Firmen der Zulieferindustrie zu setzen, welche den Umzug unterstützten: Agfa Graphics übernahm den Planungs- und Umsetzungslead im Premedia-Bereich und Heidelberger Druckmaschinen AG im Drucksaal.

Die Umsetzung

Für Nils Spielmann und das Team von Agfa Graphics Schweiz war es eine intensive Zeit: «Ein grosser Vorteil war für uns, dass wir mit beiden Unternehmen schon vor der Fusion engen Kontakt hatte und deren Strukturen kannten. Als dann die Fusion bekannt wurde, konnten wir von Beginn weg verschiedene Szenarien entwerfen. Als wir dann den Auftrag erhielten den Umzug und die Transformation der beiden Unternehmen zur Effingermedien AG zu begleiten, hatte wir bereits fertige Lösungsansätze.» Ein erster, ganz wichtiger Schritt war die Umstellung der lokal vor Ort auf Servern installierten Apogee-Workflowsysteme auf einem  gemeinsamen Apogee Cloud-Workflow. Nils Spilmann: «Das hatte ganz pragmatische Gründe. Mit einem cloudbasierenden Workflow mussten wir keine Hardware von Brugg und Laufenburg nach Kleindöttigen zügeln. Das hat allen Beteiligten sofort eingeleuchtet!» Doch die wahre Knochenarbeit stand erst noch bevor. Nochmals Nils Spilmann: «Wir analysierten genau wie die beiden Unternehmen jeweils gearbeitet hatten. Wir überlegten, wie wir die teilweise unterschiedlichen Arbeitsweisen angleichen konnten und machten den beiden Teams Vorschläge. Im zweiten Schritt ging es darum, die Arbeitsabläufe mit Hinblick auf den neuen Standort in Kleindöttigen auszurichten.»

Neben dem Produktionsworkflow ging es auch darum, eine Lösung für den verdoppelten Druckplattenausstoss zu finden. Aufgrund des Know-how und den Empfehlungen von Agfa Graphics investierte man bei der Effingermedien AG in eine vollautomatische arbeitenden Plattensortieranlage von Nela. Nachdem der Umzug erfolgt war und die Installationen vorgenommen wurden, ging es darum die Prozesse permanent zu verbessern und effizienter zu gestalten. Das ist eine Aufgabe, die bis heute und auch künftig weitergeführt wird. Für Bruno Imhof ist vor allem eine Erkenntnis aus dem ganzen Projekt wichtig: «Durch die genaue und externe Analyse haben wir bezüglich Apogee viel gelernt. Wir realisierten, dass an den alten Standorten das Potenzial dieses Workflows, was Effizienz und Produktivität betrifft gar nie ausgeschöpft wurde. Deshalb ist es uns wichtig, auch künftig in enger Koordination mit Agfa Graphics das tägliche Arbeiten mit Apogee weiter zu entwickeln.»

Effingerhof

Plattenstation
Ein zentraler Faktor für die Effizienzsteigerung  in der CtP-Produktion auf Basis der Empfehlung von Agfa Graphics, war die Investition in eine automatische Plattensortieranlage von Nela.

Auf die Frage, ob das Arbeiten in der Apogee-Cloud grundsätzlich anders sei, als vorher antwortet Mandy Kruschke: «Eigentlich nicht, aber man muss den Eigenheiten der Produktion über eine Cloud berücksichtigen. Vorher arbeiteten die Mitarbeiter der Premedia-Abteilung an einem Job und sendeten ihn direkt an den RIP des Plattenbelichters. Heute befinden sich alle Prozesse in der Cloud. Deshalb muss man die eigene Arbeitsweise anpassen, beispielsweise wenn man eine Datei zum Rendern gibt, geht das heute bis zu 15 Minuten bis diese Daten an den Belichter gesendet sind. Vorher geschah das sofort. Weil die Mitarbeiter an diesen Ablauf gewohnt waren, warteten sich einfach vor dem Bildschirm bis das Rendern abgeschlossen war, statt einer anderen Arbeit im System nachzugehen. Deshalb sank die Produktivität zunächst merklich ab, und wir hatten zunächst keine Ahnung warum! Nun nachdem die Teams ihre Arbeitsweise angepasst haben, ist die Produktivität höher als vorher.» Der Fall zeigt klar: Effizienzthemen haben oftmals weniger mit der eingesetzten Technik, und vielmehr mit den Prozessschritten und den Arbeitsweisen der Mitarbeiter zu tun.

Eine andere Welt

Durch die Einführung des Cloud-Workflows bei Effingermedien AG hat sich das Verhältnis zwischen dem Unternehmen und der Agfa Graphics verändert: Man arbeitet viel enger miteinander als in der Vergangenheit. Während die Zusammenarbeit mit Agfa Graphics im Tagesgeschäft enger wurde, bei einem Problem, meldet man sich bei der Hotline oder gibt ein Service-Ticket auf, wurde die firmeneigene IT entlastet, da sie sich nicht mehr um die Hardware kümmern muss. Sie kann sich grundsätzlicheren Themen widmen, wie es Cédric Kaiser ausdrückt. Auch Updates, die vorher immer eine relativ aufwendige Angelegenheit waren, gehen heute geräuschlos über die Bühne. Weniger Aufwand für die firmeneigene IT, Mehraufwand für Agfa Graphics, so kann man in etwa die Auswirkungen der Apogee Cloud-Lösungen zusammenfassen. Wobei dank der Cloud natürlich auch für Agfa Graphics in Teilbereichen der Aufwand sinkt. Updates der weltweit verteilten Apogee Cloudworkflow-Applikationen erfolgen heute vom grossen Serverzentrum in Mortsel aus. Dafür stehen die Kunden von Agfa Graphics Cloud-Lösungen viel öfters in Kontakt mit ihren Ansprechpartnern. Mandy Kruschke umschreibt es so: «In der Vergangenheit kauften wir bei Agfa Graphics eine CtP-Lösung und einen Workflow. Die Vertreter von Agfa Graphics, sofern es sich nicht um die Servicetechniker handelte, kamen nach der Installation vielleicht einmal oder zweimal pro Jahr zu Besuch. Im Hardware-Bereich ist das natürlich immer noch gleich geblieben, doch mit dem Cloud-Workflow ist der gegenseitige Austausch viel intensiver. Dabei geht es vielfach gar nicht um Problemfälle, sondern um den aktiven Austausch, das System gemeinsam zu verbessern. Auch finden viel mehr Schulungen statt als in der Vergangenheit.»

Mandy Kruschke macht noch eine andere Feststellung: «Wir spüren, dass sich bei Agfa Graphics ein Kulturwandel vollzogen hat. Wir haben es heute im Workflow-Bereich mit Leuten zu tun, die selber aus der Praxis kommen, Detailwissen haben und unsere Sprache reden. Das ist für uns wichtig, denn der klassische Verkäufer, der sich intern zuerst mit seinen Spezialisten austauschen muss, um eine Antwort zu finden, hat in der schnelllebigen Entwicklung, mit der Druckereien umgehen müssen, einfach keinen Platz mehr.» Bruno Imhof dazu: «Früher arbeiteten wir im technischen Bereich noch oft mit unabhängigen externen Beratern. Doch diese Leute sind einfach zu weit von der Praxis weg, wenn es beispielsweise darum geht einen Workflow in einer Cloud aufzusetzen.  Darum brauchen wir Lieferanten mit denen wir ein enge und ehrliche Zusammenarbeit vereinbaren können. Ehrlichkeit heisst beispielsweise für mich, dass unser Lieferant die für uns passende und effizienteste Lösung präsentiert, und nicht versucht uns Dinge zu verkaufen, die wir eigentlich gar nicht brauchen.» Cédric Kaiser: «Wir brauchen echte Partner und keine Lieferanten. Das gilt natürlich nicht für alle Unternehmensbereiche, aber bei so grundsätzlichen Themen wie Premedia-Workflow oder Ausstattung Drucksaal sind wir auf solche Partnerschaften angewiesen. Hier sind die Gesamtzusammenhänge mittlerweile so komplex, dass kann eine Druckerei, selbst in unserer Grösse, nicht mehr ohne fremde Hilfe abwickeln. Agfa Graphics ist einer der Firmen, mit denen wir solche Partnerschaften eingehen können.»

Gruppenbild

Bruno Imhof, Betriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung Effingermedien AG, Mandy Kruschke, Teamleitern Medienproduktion Effingermedien AG und Nils Spielmann, Account Manager, Agfa NV Schweiz.

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