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Anwenderbericht  | Kroschke, Germany  | 20 September 2018

Kroschke investierte in einen Agfa Jeti Tauro H2500 LED und konnte dadurch die Produktivität deutlich steigern.

Mit Struktur auf die Überholspur

Werbetechnik, Eileen Noichl
noichl@wnp.de

www.kroschke.com

Man sieht sich immer zweimal, oder: Jeder hat eine zweite Chance verdient. Beide Redensarten treffen auf Agfa und die Firma Kroschke zu. Als sich das Braunschweiger Unternehmen vor zehn Jahren seine erste Digitaldruckmaschine anschaffte, konnte der für Norddeutschland zuständige Agfa-Gebietsverkaufsleiter Udo Bohl mit der Anapurna nicht punkten; das Rennen machte Océs Arizona. Im vergangenen Jahr stand eine erneute Investition an, um die Digitaldrucksparte zu modernisieren. Wieder stand Agfa in der engeren Auswahl, und wieder hatte eine andere Maschine die Nase vorn – bis zur Demo des Jeti Tauro H2500 LED.

Rund ein Dreivierteljahr dauerte das Auswahlverfahren auf Basis eines umfassenden Punktekatalogs und Musterdrucke dienten hinsichtlich Wirkung und Widerstandsfähigkeit der Tinten zur Vorauswahl. Drei Modelle gingen schließlich in die Stichwahl, aus der sich ein klassischer Flachbettdrucker als Favorit herauskristallisierte. „Eigentlich war der Tauro zu diesem Zeitpunkt für uns keine Option mehr, wir wollten beim Flachbett bleiben“, blickt Ann-Kathrin Bauer, Produktionsleiterin Prozessmanagement und -controlling, zurück. Dass es dennoch zum Besuch des Democenters in Antwerpen kam, hat Agfa seinen Musterdrucken zu verdanken. Die Geschwindigkeit, Qualität und die Tinten, mit denen der Tauro die 20 Substrate im Gepäck von Kroschke bedruckte, sowie die schnelle Rüstzeit stimmten die Verantwortlichen noch vor Ort um. Ende November 2017 wurde die Maschine mit 30 Druckköpfen für den Sechsfarbdruck, Weiß und Primer in Braunschweig installiert – und Udo Bohl war im zweiten Anlauf bei Kroschke erfolgreich.

Das Farbmanagement ist die Basis

Das Unternehmen ist Vollsortimenter für die Bereiche Arbeitssicherheit und Kennzeichnung. Der hauseigene Katalog umfasst insgesamt 20.000 Produkte; die Schilder, Etiketten und andere Signalkennzeichen fertigen die Braunschweiger selbst. „Wir machen die Schilder, die keiner will, aber jeder braucht“ pointiert Frank Gunkel, Leiter der Druckabteilung. Angefangen hat alles 1957 mit der Herstellung von Autoschildern: Aus ihrem VW Käfer verkaufte Elfriede Kroschke die Schilder, die ihr Mann Martin im Keller des gemeinsamen Wohnhauses fertigte. Das Geschäft lief so gut, dass das Ehepaar 1962 sein erstes Ladengeschäft eröffnete. Unter der Führung von Sohn Klaus entwickelte sich Kroschke sign-international, wie die Firma seit 1991 firmiert, zu einer der größten und modernsten Siebdruckereien Europas und einem führenden Anbieter von Sicherheitsschildern. Diese kommen beispielsweise im Schweizer St. Gotthard-Tunnel, im arabischen Hotel Burj-al-Arab und in New Yorker Hochhäusern zum Einsatz. Als in den Augen der Braunschweiger Flächen qualitativ hochwertig bedruckt werden konnten, stieg Kroschke in den Digitaldruck ein. Von Océs Arizona war man so begeistert, dass seit 2012 mit zwei Maschinen produziert wurde; für die Weiterverarbeitung wurden Zünd-Flachbettplotter installiert. „Wir konnten viel schneller und in besserer Qualität über die Digitaldrucker liefern“, beschreibt Frank Gunkel. Eine erneute Steigerung der Produktivität bedeutet nun „die Agfa“, wie die Kroschke-Mitarbeiter den Neuzugang nur nennen. Mit dem Kauf und der Installation des Tauro 2500 LED war das Projekt für die Verantwortlichen aber noch nicht abgeschlossen: Über drei Monate wurden – anfänglich mit Hilfe des Agfa ISS-Teams, dann selbstständig – umfangreiche Farbprofile erstellt; schlussendlich füllten sie zwei Aktenordner. Dank der Workflow-Software Asanti, mit der Agfa als technisches Bindeglied zusätzlich punkten konnte, müssen die Druckoperatoren im Tagesgeschäft nichts mehr auslesen und können die entsprechenden Einstellungen für rund 80 Standardmaterialien in Sekundenschnelle laden; die Rüstzeit ist mit anderthalb Minuten nun mehr als halb so kurz wie an den Océs. „Dieses Vorgehen nach der Installation ist selten“, staunt Udo Bohl über das sorgfältige Farbmanagement. „Oft wird das übers Knie gebrochen und am Ende des Tages holt fehlende Vorbereitung die Kunden mit viel Zeitverlust und zusätzlichen Kosten ein.“

Ein Grund dafür ist, dass Kroschke eben nicht nur digital druckt. Für jeden Auftrag berechnen die Braunschweiger den Break-even von Digital- und Siebdruck, in dem beispielsweise großvolumig Standardschilder ebenso wie alle nachleuchtenden Produkte gefertigt werden. Häufig werden Letztere zusätzlich digital bedruckt – eine Kombination der Verfahren ist keine Seltenheit. Deswegen legt Geschäftsführer Klaus Kroschke großen Wert darauf, dass alle Druckerzeugnisse optisch identisch sind. „Das war auch für uns eine große Herausforderung“, gibt Udo Bohl zu. „Sieb- und Digitaldruck sind nun einmal unterschiedliche Technologien und es war ein wichtiger Faktor, dass wir das vollflächig hinbekommen.“ Denn bei Fläche ist der Digitaldruck gegenüber dem Siebdruck im Nachteil: Um bestimmte Farben zu erzeugen, müssen kleine schwarze Punkte mitgedruckt werden, die das Bild körnig erscheinen lassen. Und die Tinten des Tauro seien neben der Produktivität und der Vielzahl an bedruckbaren Materialien ein entscheidender Pluspunkt gewesen, sagt Ann-Kathrin Bauer. In internen Tests hatten sie in Sachen UV-Beständigkeit am besten abgeschnitten und bieten zudem eine hohe Deckkraft und Brillanz bei gleichzeitig geringem Farbauftrag.

Noch Luft nach oben

Der Tauro erledigt nun alle Jobs, die bislang auf den beiden Océ-Druckern gefertigt wurden. Masse fertigt Kroschke über den Rollendruck; 2015 wurden dafür zwei HP Indigo WS 6800 installiert. Zwar bietet auch der Tauro eine Rollendruckfunktion, aber keine Bahnkantensteuerung. Daher wird er hier nur dann eingesetzt, wenn Schriftzüge über die 330 Millimeter Druckbreite der Indigos hinausgehen – was aber selten vorkommt.

Bei den kleinvolumigen Aufträgen handelt es sich unter anderem um Schilder, die Kunden mit eigenen Texten selbst gestalten. „Bei uns kann man auch nur 1 Stück bestellen. Das ist unsere Stärke – und etwas, das uns von anderen unterscheidet“, beschreibt die Produktionsleiterin die Katalogrubrik „Schnell und individuell“ stolz. Rund 50 solcher Aufträge, die bis zu 10 Schilder umfassen, produziert und verschickt Kroschke bei Bestelleingang bis 16 Uhr am selben Tag. „Dann wird alles andere zur Seite geschoben und mit Volldampf produziert – drucken, plotten, Qualitätskontrolle und ab“, beschreibt Frank Gunkel. In den ersten drei Monaten liefen circa 4.000 Quadratmeter pro Monat über die Maschine. Nun dürften es schnell mehr werden: Im Juli wurde die Produktionszeit des Tauro auf täglich 14 Stunden ausgeweitet. Damit dürfte der Digitaldruck bei Kroschke endgültig auf der Überholspur angekommen sein.

Jeti Tauro LED

Jeti Tauro LED

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